Die Essenz des Ashtanga Yoga

 

„Feuchtwarme Luft und das rauschende Geräusch fließender
Atmung erfüllen den Raum. Menschen bewegen sich, jeder
durch andere Positionen, einem vertrauten Ablauf folgend und
jeder im Rhythmus seines eigenen Atems. Ein Lehrer wendet
sich in leisem Ton einzelnen Übenden zu, erklärt etwas, hilft
weiter. Sonst wird nichts gesprochen, jeder übt für sich.“
(von Dr. Ronald Steiner)

Ashtanga Yoga wird traditionell im Mysore Style geübt, d.h. jeder übt eine festgelegte Abfolge von Positionen für sich alleine.
Die Atmung ist zunächst das wichtigste Element. Jede Bewegung ist an eine Ein-, bzw. Ausatmung gekoppelt und so können die Bewegungen fließen. Wir atmen in der „Ujjayi-Atmung“, auch „Ozean-Atmung“ genannt, bei der ein Rauschen in der Kehle entsteht. Diese Atmung erhitzt den Körper und um diese Hitze, die natürlich auch durch den dynamischen Rhythmus der Serie und die athletischen Übungen an sich entsteht, geht es hauptsächlich.
In manchen Yogastilen wird der Übungsraum stark aufgeheizt. Beim Astanga Yoga muss die Hitze innerlich erzeugt werden. Diese Hitze hat eine stark reinigende und entgiftende Wirkung. Durch das Schwitzen werden Giftstoffe aus dem Körper ausgeschieden und der physische Körper wird ebenso gereinigt wie Geist und Seele.
Wenn man tiefer in das System einsteigt, kommt man zu einer weiteren Besonderheit im Ashtanga Yoga: die Bandhas, die Körperverschlüsse, die durch eine Kontraktion bestimmter Muskeln (z.B. Beckenboden) gesetzt werden. Bandhas erzeugen bestimmte Wirkungen auf köperlicher und auf feinstofflicher Ebene: Sie steigern die Körperkraft, entwickeln Muskelkontrolle und regen den Fluss der feinstofflichen Energie an.
Und zuletzt haben all das Üben und alle diese Techniken zur Folge, dass wir körperliche Blockaden – die auch immer geistige und/oder seelische Blockaden beinhalten – lösen, dass wir uns wieder öffnen können für alles was ist. Für uns selbst, für unsere Mitmenschen und natürlich für das Leben an sich, mit all seinen Facetten.
Ashtanga Yoga kann auf gewisse Art auch als Bewegungsmeditation gesehen werden. Durch das „Fließen“ durch die Übungsserie, durch das bewußte Atmen und den Fokus auf den Körper, kommt der Geist zur Ruhe. Wir sind ganz im Moment, denken nicht über die Vergangenheit und über die Zukunft nach und das ist der Grund, warum viele dieses Üben als so beruhigend empfinden und danach tief entspannt und glücklich sind.
Da Ashtanga Yoga wirklich fordernd ist, setzt es natürlich eine gewisse Bereitschaft zum Üben voraus. Und es ist gleichzeitig eine hervorragende Möglichkeit, sich eine ganz persönliche Yogapraxis aufzubauen, die man dann (fast) täglich zu Hause üben könnte, bzw. sollte, was wiederum bedeutet, dass sich nicht jeder davon angesprochen fühlt und manchen vielleicht schon beim Lesen dieser Zeilen die Schweißperlen auf der Stirn stehen.
Ich möchte gerne diesen Yogastil, zu dem ich letztendlich in den letzten 8 Jahren immer wieder zurückgekehrt bin, weil er mich persönlich am meisten überzeugt und fesselt, an andere weitergeben. Bisher habe ich geführte Klassen unterrichtet, d.h. ich habe alle Bewegungen immer angesagt und jeder musste sich im Tempo meinen Ansagen mehr anpassen, als dem eigenen Atemrythmus.
Seit meinem Aufenthalt im Januar 2013 auf Sri Lanka (www.ashtangalanka.com) bin ich aber von der traditionellen Mysore Methode, bei der jeder in seinem eigenen Tempo, bis zu seiner persönlichen Grenze üben kann, wieder so angetan, dass ich meine Schüler gerne, nach und nach, an diese Essenz des Ashtanga Yoga heranführen möchte. Auch durch die Erfahrung meines Mannes (der sich zu Beginn sehr gegen dieses eigenverantwortliche Üben gesträubt hat), ist mir klar geworden, wie heilsam und schön dieses Üben mit sich selbst ist und wie wichtig die Eigenverantwortung im Leben ist, die hierdurch auf jeden Fall angeregt und gestärkt wird.
Ashtanga Yoga hat so viele Vorzüge zu bieten und es ist mir ein Anliegen, diesen Yogastil auch in der Region Fulda anzubieten. In allen größeren (und auch in vielen kleineren Städten) gibt es eine enorme Ashtanga Bewegung und das hat sicherlich gute Gründe.

Ich wünsche euch viel Vorfreude auf den unweigerlich kommenden Frühling und unbändige Energie für das neue Jahr – egal was passiert!

Metta, Tanja

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